hochgeklappte Bürgersteige in Ketchikan

hochgeklappte Bürgersteige in Ketchikan

Es ist Ruhe eingekehrt. Die letzten beiden Kreuzfahrtschiffe mit jeweils 2.500 Passagieren haben die Landungsbrücken gerade verlassen. Alle 500 Schmuck-, Juwelier- und Andenkenläden haben geschlossen. Die letzten Restaurants machen zu. Für einen schnellen Fisch reicht es noch. Dann gehen auch die Bürgersteige hoch. Es ist Feierabend in Ketchikan. Das letzte Angelboot hat ausgeladen. Nur noch eine Kneipe hat auf. Da ist noch high life und Konfetti!
Der ganze Ort lebt von den Kreuzfahrtschiffen. Mit dem Lachsfang ist nicht mehr viel los. Gerade mal 5% von früher. Holz gibt es auch kaum noch.
Dafür besinnt man sich mehr auf die Wurzeln, von vor 5000 Jahren bis vor 100 Jahren. Überall sind Museen und versuchen das Leben der First Nation darzustellen und näher zu bringen. Die riesigen Häuser und die Totempfähle sind schon beeindruckend. Aber die Philosophie und Religion habe ich noch nicht erfahren. Inzwischen sind alle Christen. Die russischen Missionare im Gefolge von Bering waren sehr erfolgreich. Und seit 1867 auch die amerikanischen Klerikalen. Eine ungewöhnliche Dichte an Kirchen und ähnlichem ist schon verblüffend. Mein Hostel wird von den Methodisten betrieben.
Morgen sehr früh geht meine Anschlussfähre nach Skagway. Da war das Hostel praktisch.
Nach der kurzen Nacht an Bord (Amis können am frühen Morgen ganz schön laut sein und nerven), habe ich erst ein paar Kaffees bei Starbucks am Hafen getrunken und dann die Museen besucht. Morgen bin ich wieder an Bord nach Skagway und dann auf nach Norden, ins Land der Goldsucher am Klondike (Jack London lässt grüßen, vielleicht werde ich ja reich) und der Mitternachtssonne. Erst einmal bin ich arm geworden bei den Preisen hier, glatt 50% mehr als in Kanada.

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