Sehnsuchtsorte

Sehnsuchtsorte

Große Aufregung, vor dem Wecker wach. Schnell drei Lagen angezogen, zum Kurzfrühstück. 6 Uhr. Wenig Wind, kaum Welle, fast wie Badewanne.

Sehnsuchtsorte.!!?? Ja, es gibt sie. Ja!! Kap Horn! Welch ein Klang, was für ein Gefühl. Welche Schwingungen. Ja, Sehnsucht. Jahrzehnte. Mit dem Finger auf der Landkarte. Seekarten zu Hause. Seeatlanten. Ocean Passages of the World. Wie oft stand ich vor der Entscheidung? Damals in Gibraltar: Karibik, Kap Horn oder Fehmarn? Die Vernunft hatte gesiegt.
Und jetzt? Ich bin hier unten, kurz davor. Den Sehnsuchtsort Ushuaia habe ich schon erreicht. Irgendwie so unwirklich. Und dann auch noch das Schiff Australis. Es hat geklappt, ich darf mitfahren, ich bin an Bord. Und dann ausschiffen am Heck. Wir sind bei Kap Horn, wir können rüber. Bei der letzten Tour ging es nicht. Aber jetzt. Ich fühle mich wie vor 60 Jahren, kurz vor der Bescherung zu Weihnachten. Die Spannung zum Schneiden. Ich fühle mich wie ein Kind, ich bin wieder ein Kind. Und dann geht es los, aussteigen, Treppe hoch, persönliche Begrüßung durch den Inselkommandanten, Albatrosdenkmal mit Gedicht, Leuchtturm von innen. Ich muss mich immer wieder kneifen. Ist das auch wirklich? Ja, Sehnsuchtsorte.
Inzwischen ist die Sonne richtig aufgegangen (Dank an den ägyptischen Nachen) und taucht die Insel, das Kap, Atlantik und Pazifik in ein friedliches, freundliches Licht. Und der Mond scheint auch noch. Ein paar helle Wolken. Sturm? Kann es das hier geben? Dann verabschiedet uns der Kommandant wieder mit Handschlag. Zurück zum Schiff, zum großen Frühstücksbüffet.
Draußen fliegen die Albatrosse in allen Größen vorbei, Möwen, Kormorane, Lummen. Schneebedeckte Berge. Manchmal ein paar Buckelwale. Die See lädt zum Baden. Leider bin ich kein Pinguin. Sehen wir nachher beim nächsten Ausflug oder morgen. Wir sollen uns nicht um die Pinguine prügeln, hat der Kapitän gestern gesagt, es gäbe hier genug, für jede Kamera.

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