Denali Park

Denali Park

Bitte mal in Deutschland nachzählen, wieviele Menschen eigentlich noch im Land sind. Die vielen Deutschen in den Wohnmobilen kommen ja bald zurück. Aber die vielen Radfahrer wollen alle nach Patagonien fahren. Fast wie eine Armee ohne Waffen, aber mit Pedalen. Allein heute habe ich Alex aus Minden (oder Singapur) getroffen. Ziel: Dempster und dann auf nach Feuerland, 18 Monate. Dann ein Paar aus Regensburg, ebenfalls nach Feuerland unterwegs, 18 Monate oder mehr. Job gekündigt und los. Gleiches Rad wie ich. Keine Stunde später, schon am Abend, zwei Jungs aus Pensylvania, zum Dalton unterwegs und dann nach Mexiko, 6 Monate. Es ist immer spannend, auf die anderen zuzufahren und dann am Straßenrand zu quatschen, halbe Stunde oder so. Wichtige Infos werden ausgetauscht, Strecke, Straße, Camping, Geschäfte, Liquerstore.
Am Nenana River hatte ich heute morgen losgelegt, alles wieder trocken, und geduscht. Seit Inuvik nicht mehr. Nach 25 Meilen ging es dann in die Berge, moderate Anstiege in der Nähe des Rivers. An einigen Stellen kann man dann den Denali sehen. Ein gewaltiges Massiv. In der Sprache der First Nation hier, der Athabasken, Deenaalii genannt, „der Große“. mit 6184 m auch recht groß, sogar von Anchorage (250 km) zu sehen. Daneben ist noch ein Gipfel, etwas kleiner, in der Mythologie der Athabasken, die Frau von Denali. Wenn man näher herankommt auf der Passtrasse durch die Alaska Range, ist der Denali dann nicht mehr zu sehen, weil andere Berge davor sind. Ein riesiges Gebiet um den Denali ist Nationalpark, mit Wanderwegen, Erlebnisfahrten mit Bus zu den Bären oder mit Rad auf der 99 km langen Parkstrasse bis zur Mitte und zurück, Campingpmätzen auch mittendrin, Wander- und Bergsteigertouren. Eine ganze Erlebnisindustrie ist entstanden, geht ja noch mit 10 $ Eintritt. Für mich waren jedoch die Visitor Information Center sehr dürftig. In die Tiefe ging es leider nicht. Bin ich so nicht gewohnt.
Gewöhnungsbedürftig waren jedoch die vielen Hotels vor dem Park, nicht in die Höhe gebaut, sondern in die Breite mit Lodges und Bächen und wilden Namen. Bis zu 1000$ kostet dort eine Übernachtung. Also ein ganz anderes Abenteuer, oder das Gefühl davon. Hunderte von Souvenirgeschäften. Aber man bekommt auch Brot und Bier, und das 24 h am Tag. Der Zeltplatz ohne Duschen kostete so viel wie der Private in der Nacht zuvor mit Dusche. Hier sei noch alles ziemlich preiswert gegenüber anderen Nationalparks, wie mir berichtet wurde. Zum Abschluss des Tages noch 1/2 Paket Nudeln und danach Kekse. Ach ja, auch das frisch erworbene Bier.

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