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Melbourne

Die Kultur der Aborigines ist mir jetzt etwas näher. Im Museum Melbourne gibt es dazu eine gut gemachte Ausstellung, eher Lernprogramm. Auch sonst war es interessant, zur Geschichte der Stadt seit der Gründung 1835. Mit 4,4 Mio. auch ganz schön groß. Und der ewige Streit mit Sydney um die Vormacht. So wurde die Provinzstadt Canberra halt Hauptstadt. Dieser Streit läuft schon seit 1850. Damals hatte sich Melbourne erfolgreich in London um einen eigenständigen Kolonialstatus als Kolonie Victoria bemüht.


Mit der Urbevölkerung hatten aber alle wenig am Hut. Vertreibung und Ausrottung war an der Tagesordnung. Wie in Neuseeland gegenüber den Maorie wurden auch hier Verträge zum Landkauf abgeschlossen, die sehr einseitig waren, da auch die Aborigines Eigentum an Grund und Boden nicht kennen. Für ein paar Geräte wurden 1.000 qkm gekauft. Wegen ein paar Goldfunden im Hinterland wuchs Melbourne sehr schnell. Ansonsten liegt die Stadt nett an einer großen Bucht mit viel Wind, die Tasmanische See ist vor der Haustür. Die Hauptstadt der Kitesurfer nennt sie sich auch.


Übernachtet hatte ich bei Joseph, der nun mittlerweile seit mehr als 6 Jahren dort wohnt, sich als Bootsbauer auch dort wohl fühlt. Gemeinsam mit seiner Partnerin hat er auch einen kleinen Sohn. Ihm ist die Werkstatt für die Freizeit, der Wasserfltzer mit 90 km/h ist fertig, das Wohnmobil noch nicht. Soll aber dieses Jahr noch werden. Die Arbeiten sind auf jeden Fall sehr professionell.


Am Montag Abend war ich in Melbourne angekommen, nachdem ich noch den wilderen Teil der Küste kennen gelernt hatte. Und in Apollo Bay gab es wieder leckere Muscheln, diesmal Miesmuscheln in Weinsud. Die einzige Alternative zu Pommes war Toastbrot. Geht ja auch zur Not, nur so der richtige Rahmen ist es nicht.
Melbourne gibt sich als Kultur- und Sportstadt (Australien Open und großer Preis von Australien). Der Rennkurs wird jedesmal in der Innenstadt neu aufgebaut.
Mit dem Fahrrad ließ es sich ganz gut in der Stadt fahren, so toll wie Tokyo war es aber nicht.

Flug nach Australien

Inzwischen habe ich Neuseeland verlassen. Am Flughafen war es eher noch strenger als bei uns. Sekundenkleber und Feuerzeug habe ich diesmal eingebüßt. Und auch sonst würde ich gescheucht. Ja, wer von der Norm abweicht ….. ist hier unten ein Problem und manchmal teuer. Das Fahrrad kostete 120,00 € für den kurzen Flug nach Australien, fast so viel wie von Frankfurt nach Auckland.


Natürlich musste ich in Christchurch noch zum Ort des Attentats. Ein riesiges Blumenmeer und Bilder etc. an der Absperrung. Zur Moschee kommt man nicht, ist noch alles gesperrt. In den Medien hier ist es das Thema 1 bis 10. NZ scheint im unter Schock zu stehen. Warum wir? Dabei ist es, soweit ich es merken konnte, eine ziemliche Ellenbogengesellschaft und ziemlich teuer. Lebensmittel fast doppelt so teuer wie bei uns.
Und dann hat sich Christchurch noch immer nicht von dem Erdbeben im Jahr 2011 erholt. Viele Lücken und Ruinen überall. Eine verwundete Stadt.


Die Bootsfahrt auf dem Milford Sound war ein Erlebnis. Um 9 Uhr ging es bei Nebel los, schnell klarte es auf und die Berge, Klippen und Wasserfälle kamen heraus. Bis zur offenen See, der Tasmanischen, ging es. 
Ein Touristenauftrieb wie nur an wenigen Orten der Welt, Akropolis vielleicht. Hunderte an Bussen fahren täglich von Queenstown zum Sound. Ein Dutzend Ausflugsboote ist ständig im Einsatz.


Am  Nachmittag wollte ich noch zum Mont Cook oder zum Aoraki, der bis in die Wolken reicht. Erst am Abend kam ich dort an, denn die Entfernungen sind doch recht groß bei schmalen Straßen (800 km vom Sound bis Christchurch). Dafür hatte ich einen wunderschönen Berg in der Sonne, ganz ohne Wolken. Bis zum Bergdorf kam ich. Viele große Hotels. Das war übrigens der Hausberg von Edmund Hillary. Die Bergsteigerschule ist nach ihm benannt.
Bei den Steinschlägen hatte ich dann noch eine Reifenpanne. Zum Glück war alles Werkzeug dabei und ein Ersatzreifen.
Die Abgabe vom Auto am nächsten Morgen am Flughafen war dann kein Problem. So hatte ich noch genug Zeit, um mit Rad die Stadt zu erkunden. Das Museum hätte ich mir sparen können. 

Milford Sound

Eigentlich wollte ich heute morgen einen Ausflug mit Bus zum Milford Sound machen (ist sowas wie der Geiranger Fjord in Norwegen). Aber gestern bin ich nicht weit genug gekommen, um heute einen der vielen Busse zu erreichen.


Die Fahrt auf dem Otago Rail Trail war schon toll. Am Surface könnte noch einiges verbessert werden, aber auch Elbe- und Saaleradweg sind nicht durchgehend asphaltiert. War eher wie Carretera Austral in Argentinien.
Über die früheren Eisenbahnbrücken und -tunnel zu fahren, war schon toll und die Steigungen angenehm. Es waren Sonntag früh schon viele Leute unterwegs. Es war bedeckt und dichter Nebel lag über der Landschaft. Gegen Mittag hatte sich die Sonne durchgesetzt und brannte dann unerbärmlich nieder, Zeit für die Sonnencreme 50, denn hier im Süden ist die Strahlung sehr viel intensiver.


In einem der unbeleuchteten Tunnel, mein Licht reichte nicht weil es vorher zu hell war, muss ich über einen schwereren Stein gefahren sein, denn der Vorderreifen verlor Luft. So dürfte ich auf freier Strecke den Vorderreifen ausbauen und den Schlauch flicken. Dabei stellte ich fest, dass die Vorderbremse nicht richtig eingestellt war. Mit dem Feintuning hatte ich dann noch länger zu tun. So richtig zufrieden war ich erst heute morgen. Durch die Reparatur hatte ich nur so viel Zeit verloren, dass am Endpunkt in Clyde kein Transporter oder Bus mehr da war. Öffentlichen Nahverkehr gibt es hier nicht. So machte ich mich auf der Landstrasse die 100 km auf nach Queenstown, vielleicht im nächsten Ort Cromwell eine Fahrtmöglichkeit zu finden. Es dauerte nur ewig auf den normalen Landstraßen mit den ständigen Steigungen.

Nach 21 Uhr war ich erst da und der Ort hatte nur Tankstellen Imbisse an der Schnellstraße. Aber ein Hostel mit sehr netten Menschen. Dabei kam ich dann auf die Idee, meine restliche Zeit zu überdenken und neu zu strukturieren. Aber erst mal hoffte ich, rechtzeitig nach Queenstown zu kommen. Allerdings war mir schon die Idee gekommen, ein Auto zu mieten, da die Preise für Ausflüge sehr hoch sind und ich zwei machen wollte.
Wie nicht anders zu erwarten, hatten es die 62 km nach Queenstown in sich.  Am Flughafen Queenstown hatte ich dann die Auswahl von verschiedenen Autovermietungen. Alle brauchten den Internationalen, den ich natürlich nicht mitgenommen hatte, weil mit Fahrrad und in den USA ihn keiner sehen wollte, dafür hier jeder, weil ist ja ein ordentliches Land. So musste eine amtliche Übersetzung erstellt werden. So kam ich zum Auto, um zum Milford Sound zu fahren für eine Bootstour.

Es sind übrigens fast 250 km in jede Richtung, natürlich auf und ab. Aber nun kann ich morgen früh eine Bootstour bis zur Tasmanischen See machen. Und noch einen Ausflug zum Mount Cook (Aoraki) anschließen. Das aber morgen. Jetzt bin ich auf einem überfüllten Campingplatz nur geduldet.
Gehen Abend hatte es sich zugezogen, dann war die Sonne zum Untergang noch durchgekommen.