Archiv des Autor: rita

Sydney

Austern und Lachs, mariniert in Kokosmilch, vor der Harbourbridge bei Sonnenuntergang war der passende Abschluss der Reise nach Neuseeland und Australien.

Gestern war noch ein langer Ritt von Melbourne nach Sydney, fast 1.000 km. Zwar Autobahn aber 110 Höchstgeschwindigkeit und häufig kaum bewohnte Landschaften, an den australischen Alpen und der Hauptstadt Canberra vorbei. Es war schon dunkel, als ich nach Sydney reinfuhr, fünfspurig, aber ohne Tankstelle. So musste ich erst in die Stadt zum Tanken und dann zum Flughafen zur Rückgabe vom Auto. Durch den halben Flughafen durfte ich laufen, um den Schlüssel abzugeben. Dann war ich wieder mit mir und dem Rad allein. Wir fanden aber den Weg ganz gut in die Innenstadt. Nach fast vier Wochen schienen die Steigungen kein Problem mehr zu sein …
Schwierig war nur die Suche nach einem Bett. Alles schien ausgebucht zu sein. Nach zwei Stunden fand ich dann doch noch ein Plätzchen in der Central YHA, eine Jugendherberge, direkt am Bahnhof. Überall waren Straßen gesperrt, weil Oberleitungen erneuert oder sonstiges gemacht wurde, auch mitten in der Nacht. Und im Umfeld waren jede Menge Massagestudios und Hotels für kurze Zeit. Und mitten drin die riesige Central YHA.


Zum Frühstück konnte ich die Küche nutzen, die eine ganze Etage einnahm. Mein Müsli war zu Ende und auch sonst war nicht mehr viel da.
Die Stadtrundfahrt mit Fahrrad war ein Erlebnis, weil ich an viele Stellen kam, die mit Bus nicht erreichbar und zu Fuß sehr weit. Die Oper natürlich, die Harbourbridge, Parks, Banken- und Geschäftsviertel, die großen Museen. Sehr eindrucksvoll das Kunstmuseum mit einer großen Abteilung Kunst der Aborigines. Sehr gut gemacht auch das Science Museum mit einer großen Abteilung zur Geschichte und Kultur der Aborigines und zur Entwicklung Australiens in den letzten 500 Mio. Jahren. Eine Hafenrundfahrt mit dem Kombimotiv Oper und Brücke schloss die Abenteuertour dann ab.


Der Rest der Reise zum Flughafen und die Verpackung von Rad und Radtaschen war da schon Routine. Lästig war nur die lange Wartezeit bis 3 Uhr zum Einchecken. Mit der vielen Übung schlief ich ganz gut auf dem Boden vom Flughafen, unterstützt von einem restlichen Schluck Wein.
Über den Wolken kann ich mal die Reise vorbei ziehen lassen. Es waren so viele Highlights, dass ich wohl gar nicht alle behalten kann: Auckland mit Hafen und Museum, Rotorua mit Quellen, Marlborough Sounds, Westcoast, Eisenbahnen durch die Berge, Rail Trail nach Cromwell, Queenstown, Milford Sound, Aoraki (Mount Cook), Barossa Valley, Great Ocean Drive, Melbourne mit Museen, Sydney mit Oper, Hafen und Museen. Ich habe mal wieder viel gelernt und gesehen.


Mit dem Rad bin ich knapp 2.500 km gefahren, das Meiste davon in Neuseeland. In Australien war ich wegen der fehlenden Zeit und der großen Entfernungen mehr mit dem Auto unterwegs und habe nicht so viel vom Land kennen gelernt. Die beiden Zugstrecken in Neuseeland kann ich jedem und jeder wärmstens empfehlen. Die empfohlene Strecke einer Rundfahrt über die Nordinsel und die Südinsel mit Auto und Flugzeug in 22 Tagen bin ich mit einer Abkürzung im Norden von Auckland, dafür aber mit den Zugreisen, in 17 Tagen mit Rad gefahren. Radfahren in Neuseeland ist nicht immer der Hit, da viele Straßen sehr steil sind oder viele steile Stellen haben (häufig 20%, länger auch 12 bis 15%), häufig schmal ohne Randstreifen sind und man häufig aus den Autos heraus angepöbelt wird. In Coromandel ist mir das mehrmals am Tag passiert, ich habe auch mit anderen gesprochen, denen das ebenfalls passiert ist und die über einen entsprechen Bericht in der Presse sprachen. Die Natur ist jedoch umwerfend, vielseitig, abwechslungsreich und wild. Mit Wohnmobil sicher ein tolles Land. Es war sehr interessant. Auf Wiedersehen Neuseeland, haere ra Aotearoa!

Melbourne

Die Kultur der Aborigines ist mir jetzt etwas näher. Im Museum Melbourne gibt es dazu eine gut gemachte Ausstellung, eher Lernprogramm. Auch sonst war es interessant, zur Geschichte der Stadt seit der Gründung 1835. Mit 4,4 Mio. auch ganz schön groß. Und der ewige Streit mit Sydney um die Vormacht. So wurde die Provinzstadt Canberra halt Hauptstadt. Dieser Streit läuft schon seit 1850. Damals hatte sich Melbourne erfolgreich in London um einen eigenständigen Kolonialstatus als Kolonie Victoria bemüht.


Mit der Urbevölkerung hatten aber alle wenig am Hut. Vertreibung und Ausrottung war an der Tagesordnung. Wie in Neuseeland gegenüber den Maorie wurden auch hier Verträge zum Landkauf abgeschlossen, die sehr einseitig waren, da auch die Aborigines Eigentum an Grund und Boden nicht kennen. Für ein paar Geräte wurden 1.000 qkm gekauft. Wegen ein paar Goldfunden im Hinterland wuchs Melbourne sehr schnell. Ansonsten liegt die Stadt nett an einer großen Bucht mit viel Wind, die Tasmanische See ist vor der Haustür. Die Hauptstadt der Kitesurfer nennt sie sich auch.


Übernachtet hatte ich bei Joseph, der nun mittlerweile seit mehr als 6 Jahren dort wohnt, sich als Bootsbauer auch dort wohl fühlt. Gemeinsam mit seiner Partnerin hat er auch einen kleinen Sohn. Ihm ist die Werkstatt für die Freizeit, der Wasserfltzer mit 90 km/h ist fertig, das Wohnmobil noch nicht. Soll aber dieses Jahr noch werden. Die Arbeiten sind auf jeden Fall sehr professionell.


Am Montag Abend war ich in Melbourne angekommen, nachdem ich noch den wilderen Teil der Küste kennen gelernt hatte. Und in Apollo Bay gab es wieder leckere Muscheln, diesmal Miesmuscheln in Weinsud. Die einzige Alternative zu Pommes war Toastbrot. Geht ja auch zur Not, nur so der richtige Rahmen ist es nicht.
Melbourne gibt sich als Kultur- und Sportstadt (Australien Open und großer Preis von Australien). Der Rennkurs wird jedesmal in der Innenstadt neu aufgebaut.
Mit dem Fahrrad ließ es sich ganz gut in der Stadt fahren, so toll wie Tokyo war es aber nicht.

Peterborough

Ganz schön gemütlich so ein Auto,wenn es draußen gießt und gewittert und man bis auf die Knochen nass ist. Muss man ja auch nicht machen. Und schon war ich eingeschlafen, ganz trocken.


Am Nachmittag hatte ich die Highlights der Küstenstraße, Great Ocean Road, mit dem Fahrrad besucht. Dauerte dann doch länger und der Abend kam mit heftigem Regen und Gewitter. Vor dem Schlimmsten war ich aber noch beim Camping und konnte Spaghetti genießen, während es draußen tobte. Ganz nahe dran war ich.


Am Samstag früh war ich im Barossa Valley aufgebrochen und ganz in den Süden von Adelaide an die Küste des Southern Ocean gefahren. Am Anfang sind Salzmarschen wie an der Nordsee, nur werden die hier nicht mehr überflutet. Dann geht es über in eine Landschaft von Nehrungen mit Haffs wie in Ostpreußen. Nur ein bisschen länger. Den Anfang bin ich mit dem Rad gefahren, da ich dadurch direkt ans Meer, die Nehrung und das Haff kam. In der Bucht war gerade ein Segelwettbewerb der Jugend.  Dann kam die Kalksteinküste mit vielen Badeorten und Seebrücken, Modell einfach und schmal. In Beachport habe ich dann gezeltet, eine Halbinsel mit dem Ozean auf beiden Seiten.


Am Sonntag kamen dann die Höhepunkte der Ocean Road, hinter Warrnambol. Am bekanntesten sind die 12 Apostel, von denen aber nur noch 7 stehen. Kalksandstein. Da können die Wellen schön formen und gestalten. Insgesamt aber nicht ansatzweise so gewaltig, wie die Westcoast von Neuseeland. War aber trotzdem schön anzusehen.


Heute geht es nach Melbourne.

Barossa Valley

Nicht leicht zu finden, trotz Karte und Navi. Ist eigentlich auch nicht viel anders als bei in Freyburg oder Naumburg. Es gibt viele Weingüter und Weinproben. Der Wein ist hervorragend, eines der besten Anbaugebiete für Shiraz und viele international ausgezeichnete Weingüter wie Weinmeister oder Jacob Creek. Die Weinlokale schließen nur um spätestens 22 Uhr und die Hotels haben Spielbetrieb wie in Las Vegas, die Leute lassen sich voll laufen (meist mit Bier und Schnaps), und das kulturelle Flair fehlt völlig. Eher dann Business und schnelle Abfertigung im Weingut (Cellar door), die Damen bei der Weinprobe haben jedoch ihr Handwerk gelernt und verstehen was von Weinanbau und -ausbau.
Und das Ganze liegt ein paar Kilometer vor Adelaide in Südaustralien. Seit 150 Jahren wird hier Wein angebaut, ursprünglich von deutschen Winzern. Vieles erinnert immer noch daran, von Mettwurst bis Schwarzbrot und Straßennamen wie Altona oder Finsterwalde. Der Riesling wird nicht so gut, aber Rotwein, vor allem Shiraz. Das liegt am Boden. Ist kein Schiefer, Sandstein oder Muschelkalk.


Ja, am Mittwoch Nachmittag bin ich nach Melbourne geflogen und wollte gleich nach Adelaide mit Bus weiter. Klappte aber nicht. Die Alternative war dann ein Mietwagen, um nach Adelaide zu kommen. Bei den Verhandlungen merkte ich, dass es günstiger ist, gleich für die Fahrt nach Sydney zum Flieger am 29. März ein Auto mitzubestellen. So bin ich also die 750 km nach Adelaide, mit Besuchsprogramm dabei, sehr schnell gekommen. Am Donnerstag abend konnte ich noch die ersten Weine probieren, indem ich dann einige Weingüter besuchte. Die 80 km nach Adelaide bin ich aber mit dem Fahrrad hin und zurück gefahren. Ein Absacker noch (mehr ging nicht wegen der geschlossenen Lokale), dann lag ich wie tod im Schlafsack, auf einem Campingplatz, nicht im Hotel. Barossa Valley.

Flug nach Australien

Inzwischen habe ich Neuseeland verlassen. Am Flughafen war es eher noch strenger als bei uns. Sekundenkleber und Feuerzeug habe ich diesmal eingebüßt. Und auch sonst würde ich gescheucht. Ja, wer von der Norm abweicht ….. ist hier unten ein Problem und manchmal teuer. Das Fahrrad kostete 120,00 € für den kurzen Flug nach Australien, fast so viel wie von Frankfurt nach Auckland.


Natürlich musste ich in Christchurch noch zum Ort des Attentats. Ein riesiges Blumenmeer und Bilder etc. an der Absperrung. Zur Moschee kommt man nicht, ist noch alles gesperrt. In den Medien hier ist es das Thema 1 bis 10. NZ scheint im unter Schock zu stehen. Warum wir? Dabei ist es, soweit ich es merken konnte, eine ziemliche Ellenbogengesellschaft und ziemlich teuer. Lebensmittel fast doppelt so teuer wie bei uns.
Und dann hat sich Christchurch noch immer nicht von dem Erdbeben im Jahr 2011 erholt. Viele Lücken und Ruinen überall. Eine verwundete Stadt.


Die Bootsfahrt auf dem Milford Sound war ein Erlebnis. Um 9 Uhr ging es bei Nebel los, schnell klarte es auf und die Berge, Klippen und Wasserfälle kamen heraus. Bis zur offenen See, der Tasmanischen, ging es. 
Ein Touristenauftrieb wie nur an wenigen Orten der Welt, Akropolis vielleicht. Hunderte an Bussen fahren täglich von Queenstown zum Sound. Ein Dutzend Ausflugsboote ist ständig im Einsatz.


Am  Nachmittag wollte ich noch zum Mont Cook oder zum Aoraki, der bis in die Wolken reicht. Erst am Abend kam ich dort an, denn die Entfernungen sind doch recht groß bei schmalen Straßen (800 km vom Sound bis Christchurch). Dafür hatte ich einen wunderschönen Berg in der Sonne, ganz ohne Wolken. Bis zum Bergdorf kam ich. Viele große Hotels. Das war übrigens der Hausberg von Edmund Hillary. Die Bergsteigerschule ist nach ihm benannt.
Bei den Steinschlägen hatte ich dann noch eine Reifenpanne. Zum Glück war alles Werkzeug dabei und ein Ersatzreifen.
Die Abgabe vom Auto am nächsten Morgen am Flughafen war dann kein Problem. So hatte ich noch genug Zeit, um mit Rad die Stadt zu erkunden. Das Museum hätte ich mir sparen können. 

Auf nach Australien

Heute nacht (MEZ) ist Jürgen nach Australien geflogen. Dort angekommen, hat er sich einen SUV gemietet und will von Melbourne zunächst Richtung Süden reisen.

2 Stunden näher ist er auch an die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) herangekommen.

Milford Sound

Eigentlich wollte ich heute morgen einen Ausflug mit Bus zum Milford Sound machen (ist sowas wie der Geiranger Fjord in Norwegen). Aber gestern bin ich nicht weit genug gekommen, um heute einen der vielen Busse zu erreichen.


Die Fahrt auf dem Otago Rail Trail war schon toll. Am Surface könnte noch einiges verbessert werden, aber auch Elbe- und Saaleradweg sind nicht durchgehend asphaltiert. War eher wie Carretera Austral in Argentinien.
Über die früheren Eisenbahnbrücken und -tunnel zu fahren, war schon toll und die Steigungen angenehm. Es waren Sonntag früh schon viele Leute unterwegs. Es war bedeckt und dichter Nebel lag über der Landschaft. Gegen Mittag hatte sich die Sonne durchgesetzt und brannte dann unerbärmlich nieder, Zeit für die Sonnencreme 50, denn hier im Süden ist die Strahlung sehr viel intensiver.


In einem der unbeleuchteten Tunnel, mein Licht reichte nicht weil es vorher zu hell war, muss ich über einen schwereren Stein gefahren sein, denn der Vorderreifen verlor Luft. So dürfte ich auf freier Strecke den Vorderreifen ausbauen und den Schlauch flicken. Dabei stellte ich fest, dass die Vorderbremse nicht richtig eingestellt war. Mit dem Feintuning hatte ich dann noch länger zu tun. So richtig zufrieden war ich erst heute morgen. Durch die Reparatur hatte ich nur so viel Zeit verloren, dass am Endpunkt in Clyde kein Transporter oder Bus mehr da war. Öffentlichen Nahverkehr gibt es hier nicht. So machte ich mich auf der Landstrasse die 100 km auf nach Queenstown, vielleicht im nächsten Ort Cromwell eine Fahrtmöglichkeit zu finden. Es dauerte nur ewig auf den normalen Landstraßen mit den ständigen Steigungen.

Nach 21 Uhr war ich erst da und der Ort hatte nur Tankstellen Imbisse an der Schnellstraße. Aber ein Hostel mit sehr netten Menschen. Dabei kam ich dann auf die Idee, meine restliche Zeit zu überdenken und neu zu strukturieren. Aber erst mal hoffte ich, rechtzeitig nach Queenstown zu kommen. Allerdings war mir schon die Idee gekommen, ein Auto zu mieten, da die Preise für Ausflüge sehr hoch sind und ich zwei machen wollte.
Wie nicht anders zu erwarten, hatten es die 62 km nach Queenstown in sich.  Am Flughafen Queenstown hatte ich dann die Auswahl von verschiedenen Autovermietungen. Alle brauchten den Internationalen, den ich natürlich nicht mitgenommen hatte, weil mit Fahrrad und in den USA ihn keiner sehen wollte, dafür hier jeder, weil ist ja ein ordentliches Land. So musste eine amtliche Übersetzung erstellt werden. So kam ich zum Auto, um zum Milford Sound zu fahren für eine Bootstour.

Es sind übrigens fast 250 km in jede Richtung, natürlich auf und ab. Aber nun kann ich morgen früh eine Bootstour bis zur Tasmanischen See machen. Und noch einen Ausflug zum Mount Cook (Aoraki) anschließen. Das aber morgen. Jetzt bin ich auf einem überfüllten Campingplatz nur geduldet.
Gehen Abend hatte es sich zugezogen, dann war die Sonne zum Untergang noch durchgekommen.

Ranfurly und Dunedin

Hier oben in den Bergen tickt die Welt anders und nichts deutet auf das Attentat von Christchurch hin. Am Freitag Nachmittag ist es passiert, da war ich schon 300 km und einen Tag und viel Regen, von Christchurch weg. Auch am Freitag Abend regnete es wieder. Da habe ich beschlossen, den Nachtbus nach Dunedin zu nehmen, die letzten 80 km.

Gegen Mitternacht war ich dann da, noch mit Regen, aber dem Versprechen, dass es spätestens um 1 Uhr aufhört. Tat es auch. So konnte ich das Fahrrad unter einer Markise zusammenbauen und fast trocken zum Hostel/Camping fahren. Um 1 Uhr lag ich dann im Zelt und schlief fest. Dunedin ist übrigens die Stadt mit den steilsten Wohnstrassen der Welt. Gut dass ich dort nicht wohne und heute Morgen nur zum Bahnhof wollte ….. zum Hostel war es mit 25% schon mehr als genug!! Warum Bahnhof? Eine weitere Eisenbahnstrecke der Welt führt von Dunedin durch die Taineri-Schlucht in die Südalpen, aber nur 50 km. Danach führt ein Fahrradweg auf der ehemaligen Trasse 150 km weiter mit Anschluss ans Straßennetz nach Queenstown in den Südalpen. Und die Strecke ist phantastisch. Schon die Zugfahrt war ein Erlebnis. Und so sitze ich jetzt auf einem Campingplatz auf halber Strecke und bin rundum satt. Viele Radfahrerinnen und Radfahrer sind unterwegs, meist in geführten Gruppen. Wer das mag. Morgen geht es dann ins Herz der Südalpen.

Neuseeland aktuell: Anschlag in Christchurch

Ach ja, wenn irgendwo eine Tür zufällt, hat Jürgen manchmal auch seine Finger in der Nähe aber Gott sei Dank meist dann doch nicht dazwischen.

Am Ort des Terroranschlags

So auch aktuell. Vorgestern war er noch in Christchurch. Dann radelte er auf einer wunderbaren Ebene und bei gutem Wetter über 235 km (!) weiter gen Süden.

Dann ging es weiter mit dem Ziel Dunedin. Das letzte Stück ist er mit dem Bus gefahren, um anzukommen. Und jetzt verbringt gerade seine Nacht in Dunedin. Auf einem Zeltplatz, weil das Hostel ihm am Abend die Tür nicht geöffnet hat. Er hat sich etwas gewundert. Aber es war auch spät geworden.

Inzwischen hatte ich die Morgennachrichten gesehen und war reichlich betroffen. Ich habe ihn ganz schnell über das Attentat in Christchurch informiert. War aber doch ziemlich weit weg von seinem Aufenthaltsort. Stunden später kam dann in CNN auch die Info, das die Polizei ausgerechnet in Dunedin (350 km südlich von Christchurch) ein Wohnviertel geräumt hat.

Dort ist Jürgen ja gerade … Er hat sich nach dem Mittag (in Neuseeland war es etwa 1.30 Uhr nachts) bei mir telefonisch gemeldet und mich damit beruhigt, daß er auf dem Zeltplatz seine Ruhe habe und er kein aufgeregtes Treiben der Polizei oder so feststellen könne.

Schauen wir mal wie es weiter geht. Mit den Touris in Neuseeland.

Timaru

So nah können Freud und Leid liegen. Es gießt wieder in Strömen und der nächste Ort mit Unterkunft ist noch Kilometer weg. Dunkel ist es schon lange. Und dann geht es am Ortseingang auf und ab. Nass schwitzen oder nass regnen? Klar, der Regen ist kalt und nass. Mag ich doch nicht.
Dann ein Motel, mehrere sollen noch kommen. Ist mir aber egal, Hauptsache schnell trocken. So komme ich zu einer Suite mit Bad und Küche und das Fahrrad steht unter dem Vordach. Nach zwei Tassen Tee und einem Schluck Wein kommen die Geister zurück. Alle Sachen trocknen, auch den Poncho, der wirklich gute Dienste leistet, auch bei Platzregen und Fontänen der LKWs.
Eine leckere Suppe mit Brot und Chorizo. So geht es, Herr Doktor.
Dabei war der Tag ganz gut gelaufen: bedeckt, 16 Grad, fast keine Steigungen. So habe ich die ganze Canterbury Plain durchquert. Nicht spannend, aber lang, am Abend hatte ich dann 239 km auf der Uhr. Wenn’s ziemlich eben ist, geht‘s doch. Zum Schluss dann der Starkregen … man kann eben nicht alles haben!!


Dass ich in Christchurch, an der Ostküste losgefahren war, hatte einen guten Grund. Am Dienstag den 12. war ich abends bei Regen (fast den ganzen Tag lang), aber an einer tollen Küstenlandschaft lang, in Greymouth angekommen. Die Aussichten waren Dauerregen für eine Woche und außerdem wurde Gabi in Bochum beerdigt. Da hat der Himmel geweint …. Ein paar Blumen habe ich dem Pazifik, hier Tasmanische See, übergeben, in Gedenken an Gabi aus der Schwerinstraße, mit dem Auftrag, sie zu ihr zu bringen.


Dann habe ich beschlossen, am nächsten Tag, auch wenn es regnet, mit dem Transalpinexpress nach Christchurch zu fahren. Das ist wohl eine der schönsten Eisenbahnstrecken der Erde. 
Mit dem Fahrrad, handlich verpackt, klappte es gerade noch, ein Ticket zu kriegen. Bis zum Pass, dem Arthur‘s Pass, nur Regen. Aber dann kam langsam die Sonne durch und die Fahrt war toll. Kommt manchmal im TV oder Internet suchen. Es lohnt sich. Würde ich wieder machen. So war ich also in Christchurch gelandet, spät am Abend auf einem Campingplatz.

Umweltbehandlung in Neuseeland

Ich war ziemlich erstaunt, wie auch hier mit der Umwelt umgegangen wird. Riesige Lasterzüge vollbeladen mit Bäumstämmen sah ich auf den Straßen. Dann entdeckte ich auch, wo die Bäume bis vor kurzem gestanden haben.

… das sind die Großen!
Ganze Berge werden abgeholzt

Und überall gab es Hinweise auf den Wassermangel in Neuseeland. Seit Weihnachten gab es keinen Regen mehr. Nun kommt er sinntlutartig herunter. Ob das Eine wohl mit dem Anderen etwas zu tun haben könnte?

Greymouth 11. März 2019

Langsam zweifele ich an meiner Wahrnehmung. Nach 10 Tagen NZ kam es mir doch tatsächlich so vor, als ginge die Straße mal nach unten. Treten war allerdings nur schwer. Das Navi zeigte dagegen zunehmende Höhe. Ja, das mit der Steigung. Gewöhnt habe ich mich immer noch nicht an die sehr steilen Straßen, aber es sieht nun nicht mehr so schlimm aus. Von Rennradlern werde ich manchmal überholt, die haben ja auch keine 35 kg Gepäck.


Jetzt werde ich gerade aus der letzten offenen Kneipe in Greymouth rausgeschmissen, 22 Uhr. Im Hostel kann ich noch in der Küche sitzen. Verrückte Welt. Um 22 Uhr machen in Bochum und Leipzig manche Kneipen erst auf.

Gestern früh gehen 8 Uhr bin ich in den Bergen los. Sehr trüb, aber trocken. Es stellte sich heraus, dass die Straße bis zum Meer an einem Fluss entlang läuft, also wenige Steigungen. So konnte ich fast gemütlich fahren und hatte die Alpenkulisse um mich herum. Bis zum Pazifik kam ich am Abend, jedoch nur nach Gehör. Sehen konnte ich nichts mehr. Für eine kleine Suppe reichte es noch auf dem Campingplatz, bis die Küche geschlossen wurde (wie die Kneipen um 22 Uhr). Draussen konnte ich sie dann noch essen. Schon komisch die Leute hier, mit den Hühnern ……
Somit bin ich gestern gut vorangekommen, so um die 155 km, wie sonst üblich. Ab 7 Uhr hatte es schon angefangen zu regnen, erst wenig, dann schüttete aus Eimern. Meine Sachen hatte ich zum Glück schon zur Küche mit Vordach gebracht. Nur das Zelt war noch im Regen. Eile bestand nicht, da ich sowieso nichts machen konnte, außer mit Leuten zu quatschen und zu telefonieren. Um 10 Uhr wurde dann auch noch leider die Küche geschlossen wegen Reinigung und überhaupt. So mußte ich draußen unter dem Vordach mein Müsli essen und den Tee trinken. Ordnung muss halt sein! Muss ich doch wissen, dass es an der Westküste viel regnet und ich dann im Regen stehe. Komische Leute hier.


Gegen 11 Uhr Orstzeit – ich hatte fertig im Regen gefrühstückt – hörte der Platzregen plötzlich auf und ich konnte mein Zelt einsammeln, klitschnass war es. Kurz darauf bin ich losgefahren. Der Chef vom Camping lief immer ohne Jacke, Mütze und Schuhe herum. Na ja. NAPOLA lässt grüßen.
Der Tag entwickelte sich dann doch recht positiv, bis hin zu aufblitzenden Sonnenschein. Die Straßen blieben steil. Die Natur war toll, der Pazifik, der anstürmte, die Strände, Vorgebirge, Flüsse und Aussichten. Einfach toll. So manche Pause war da angesagt. Die wenigen Schauern konnte die Stimmung und Laune auch nicht zerstören. Relativ früh kam ich dann in Greymouth an, Bahnhof, Hafen, Hostel. Und mein Zelt konnte ich trocknen. Viel mit Restaurant war nicht, wegen Sperrstunde und Reinigung und Reparatur.
Also komme ich zeitig ins Bett. Ich habe jedoch vorgesorgt …


So geht es mir sehr gut, keinerlei Wehwehchen plagen mich, Muskeln und Gelenke machen, was sie sollen.
Da können wir uns ja mal bei Gelegenheit am Grill treffen.
Wastl


Owen River

Der Sonntag war ohne besondere Ereignisse. Ich bin ein Stück durchs Land vorangekommen, oben im Norden von Nelson an den Marlborough Sounds Richtung Westküste durch die Berge. Etwas besser war die Straße schon, aber nichts im Vergleich zu Europa. Heute waren viele Steigungen akzeptabel, aber dann waren immer mal wieder Stücke mit 18%. Nicht umsonst ist die steilste Wohnstrasse der Welt in NZ und die Leute sind auch noch stolz darauf.


Etwas war heute schon anders als sonst. Gleich früh kamen mir 2 (!) Radler entgegen und ich traf einen jungen Franzosen, der das gleiche Ziel hatte. So fuhren wir eine Weile nebeneinander und berichteten. Er war vor vier Jahren auf der Carretera Austral gefahren. Bald bog er ab für eine längere Mittagspause. Eine Stunde später machte ich eine kurze Rast an der Straße. Da kam auch gleich einer der Israelis von der Fähre vorbei. Seine Crossstrecke war wegen Brandgefahr gesperrt. So viele Begegnungen an einem Tag! Dann war aber Schluss. 


Meine Mahlzeiten sind normal wie folgt: Frühstück mit Tee und Müsli. Nach vier bis fünf Stunden Mittag mit Brot, Wurst, Käse, Obst. Abends auf dem Zeltplatz eine Suppe (groß und viel) oder Spaghetti mit verschiedenen Soßen. Heute hatte ich eine Thunfischsosse. Mittag und Abend können auch mal tauschen, wie gestern, als ich mittags Muscheln gegessen hatte. Häufig kommt dann noch mal Kaffee und Kuchen dazu. Trinken ist immer sehr viel, 3 bis 5 Liter am Tag, es kann bei großer Hitze oder Anstrengung auch mal mehr sein. Hauptsächlich Wasser, aber auch mal eine große Flasche Cola oder Tonic oder Saft. So komme ich ganz gut über den Tag. 
Morgens geht es meist gegen 9 Uhr los, kann aber auch mal später werden. Abends bin ich meist bis 20 Uhr oder später, je nach Wetter und Sonnenstand, unterwegs. Mit Fahrrad komme ich auf jeden Campingplatz. Häufig baue ich das Zelt im Dunkeln auf. Im Hostel oder Hotel ist es auch später selten ein Problem. Ein Bett gibt es meistens.

Punakaiki

Nelson am 9. März 2019

Das war ein Tag voller Höhen und Tiefen. Um 3 Uhr wurde ich wach, es regnete. Na toll, und da aufs Klo. Und der Regen nahm zu. Gegen 8 Uhr bin ich dann mit meinen Sachen in die Campingküche geflüchtet, auch um den Schlafsack zu trocknen. Und siehe: ein Wäschetrockner! Dann Tee und Müsli. Aber das Wetter wurde nicht besser. Die Wolken hingen bis zum Wasser runter und bewegten sich nicht. Später holte ich das quatschnasse Zelt, um es unter dem Vordach zu trocknen. Dann wurde es etwas heller und die Sonne versuchte ihr Bestes.

Um 12 regnete es kaum noch und ich konnte los, Richtung Nelson. Angeblich leicht zu fahren. 
Wechsel zwischen Poncho und Hemd. Das Wasser dampfte überall. Nach einer guten Stunde am Sund entlang kam ich zum kleinen Havelock, das sich aber Hauptstadt der Muscheln nannte. Da konnte ich nicht widerstehen. Im Mussel Pot bin ich dann geblieben, 1kg Muscheln im Süd. Echt lecker. Die Muscheln sind sehr viel größer als unsere Miesmuscheln, in jede Richtung das Doppelte. Und dazu einen Chardoney. 
So war der Tag doch noch was geworden.

sehr lecker

Ich kam auch gut voran, trotz vollem Bauch. Bis dann doch noch die unvermeidlichen Hügelketten auftauchten. Der erste Pass mit 240 m war noch ganz ok. Doch dann wurde es heftig. Auf 420 m hoch ist ja nicht das Problem, aber die vielen Stücke zwischendrin mit 15 oder 18% Steigung! Das kostet Kraft und Zeit! Mittlerweile war ich wieder in den Wolken bei leichtem Regen. Das Blöde an den hiesigen Straßen ist, das man auch runter nicht viel schneller ist, zumal im Regen. Und dann wurde es auch noch dunkel im Nirgendwo, kein Zeltplatz und kein Zimmer in Sicht. Erst gegen 21 Uhr war ich in Nelson. Zum Glück fand ich noch das letzte freie Bett! Eine Kombination aus Motel und Hostel mit vielen Menschen aus allen Ecken der Welt. Leider machte die Küche im Hostel um Mitternacht zu. Schlafen ging gut nach über 100 km rauf und runter.

Marlborough Sound 8. März 2019

Es war sehr stürmisch mit viel Seegang, zum Glück kaum Regen. Das Schiff musste Fahrt rausnehmen. So ist es hier häufig, in der Cook-Strait von Wellington zur Südinsel. Da bin ich nach fast 4 h Fahrt gelandet. Nach ein paar Kilometern auf der wunderschönen Scenic Rout Queen Charlotte Road ein kleiner Zeltplatz am Ufer.


Begonnen hatte der Tag etwas unfreundlich, weil ich durch Schlagregen wach wurde, und das um 5 Uhr! Der Wetterbericht hatte von ein paar Schauern berichtet. Aber das? Und dann meinte der neue Wetterbericht 5 Tage Regen statt Sonne. Nicht witzig!
Nach dem Duschen um 8 Uhr war es nicht besser und niemand sonst schien aufstehen zu wollen. Ich hatte aber ein gutes englisches Frühstück entdeckt. Also Raus aus den Federn. Es goss aus Eimern. Dann war ich der erste; hat sich wirklich gelohnt! Wegen des Regens blieb mir nur übrig, zum Museum – dem großen staatlichen zur Geschichte und Kultur – „hin zu schwimmen“. Es war gut gemacht und interessant, dennoch fand ich an manchen Stellen das Museum in Auckland besser.
Der Regen hatte inzwischen nachgelassen. Mit allem Gepäck bin ich dann vom Hostel zur Fähre („damit er die Frist nicht verfehle“). Dort war ich umso erstaunter, dass es vor Fahrrädern nur so wimmelte. Hatte ich in der Woche zuvor auf der Nordinsel gerade mal 3 Radwanderer gesehen. O.k. 4 Amis und 2 Israelis. Aber immerhin. Nach den Autos und der Bahn durften wir auch auf die Fähre, aufs Eisenbahndeck. Wirkte wie die Fähre vor Jahren von Baku übers Kaspische Meer, nur zuverlässiger. 


Und dann hörte der Regen auf. 

In der Hauptstadt von Neuseeland angekommen

Ereignisreich war es auf jeden Fall. Viel habe ich erlebt und gesehen und es lief relativ gut. Heute Abend ist es ziemlich kalt und sehr windig. Das Radfahren war schwer, aber zum Glück nur kurz. Ich bin in einem kleinen netten Hostel gelandet und habe gerade die Thai-Küche hier probiert. Vorhin bin ich mit einer „Funicolora“ wie in Lugano hoch gefahren und habe die Stadt bei der einbrechenden Nacht genossen. Wellington ist wirklich groß und faszinierend. Ja, da bin ich nach einer harten Woche gelandet.
Gestern ging es im Nebel in der Bruchlinie los, steil bis oben. Der Milchlaster hatten die gleichen Probleme.
Ein paar Kilometer weiter gab es dann einen großen Vulkanpark wie Yellowstone. Toll die Farben, verbunden mit der Hoffnung, dass es so bleibt. Seen in allen Grünschattierungen und andere mit rot, orange, gelb. In der Bruchlinie ging es dann einiges fast eben voran. Kurzversion Taupo und dem See dann doch noch ein paar Hügel. Am See relativ flach.

Der Campingplatz nah an der Straße, dafür laut. Und heute bin ich viel unterwegs gewesen, auch entlang der vielen Vulkane und Skigebiete (Winter). Die letzten Eruptionen sind gerade mal 10 Jahre her. Alles ist noch nicht nachgewachsen. Aber gewackelt hat es nicht. Weil es noch gut 200 km bis Wellington waren, habe ich den Bus genommen. So bin ich nach einer Woche und 700 Kilometern in der Hauptstadt angekommen. Von oben habe ich die schon gesehen.

Morgen noch das Museum und dann weiter. Neue Abenteuer warten. Soll es auf der Südinsel viele geben. Nicht nur die Hobbits.

Waikite Valley am 5. März 2019

Das war angenehm! Ein warmer Pool und eine Heißwassertherme! In freier Natur auf dem Campingplatz. So konnte ich endlich mal die angenehmen Seiten meiner Reise genießen. 
Die Straßen gehen hier ständig auf und ab, und meistens sind sie sehr steil. Ich hatte gehofft, es würde besser werden, wenn ich ins Gebirge komme. War aber nicht so. Gestern bin ich von Waihi über Tauranga ins Gebirge gefahren. Bei einer Rangerstation konnte ich mein Zelt aufschlagen. Kalt und stürmisch war es in der Nacht. Gestern bin ich dann über Rotorua gefahren und hier in dem netten Tal angekommen. Die ganze Gegend ist hier vulkanisch aktiv (warme Quellen und Geysire). Ein aktiver Vulkan ist weiter südlich. Diesen Vulkan darf man jedoch besteigen. 
Am Morgen des 6.3.: Noch ist das Tal neblig.

Waihi 3. März 2019

So richtig voran komme ich hier nicht. Seit gestern früh bin ich hier jetzt auf Achse, auf der Coromandel Halbinsel. Hunderte ehemalige Vulkane, immer direkt nebeneinander und eingestürzt bis auf die Spitze von 200 bis 500 m. Und jetzt die hoch und auf der anderen Seite runter. Die Steigung liegt immer über 12% bis 18%. Da muss ich schieben, und die Sonne brennt. So sind es nur 90 km am Tag, aber 2.000 Höhenmeter, davon viel geschoben.
Gestern war ich auf einem tollen Zeltplatz am Meer wach geworden  Am Abend dann am Hotwater Beach. Wenn man ein Loch am Strand gräbt, hat man heißes Wasser. Sagt die Werbung. Es war vielleicht 35 Grad bei 1,5 m Tiefe. Viele Leute haben gebuddelt, aber richtig heiss war es nicht.
Nach der Strapaze habe ich dann gut geschlafen. Heute war die Landschaft nicht viel anders. Ich hoffe, daß ich morgen aus dem Gebiet herauskomme und in die richtigen Berge der Nordinsel fahren kann.
So richtig freundlich und hilfsbereit sind die Leute hier nicht. Es geht hin bis zu Pöbeleien aus den Autos heraus, ich solle doch die Straße räumen oder schlimmer. Da hatte ich ganz Anderes erlebt in Zentralasien, Alaska, Kanada und Südamerika.
Na mal sehen, wie es sich entwickelt.

Coromandel 1. März 2019

Spät war es gestern geworden, weil die Fähre nach Coromandel, eine Halbinsel vor Auckland, Freitags nur abends fährt. Tiefdunkel war es schon, als ich ankam. Es geht hier langsam auf den Herbst zu und ich bin hier näher am Äquator. So ist die abendliche Dämmerung sehr kurz. Bald hatte ich einen Zeltplatz. 
Den größten Teil des Tages hatte ich im Museum von Auckland verbracht, die Geschichte und Kultur der Maoris und die Entstehung von Neuseeland seit dem Zerfall von Gondwana. Die Maoris sind erst vor 800 Jahren hier eingewandert, von Südostasien kommend über einen Zeitraum von 5.000 von Insel zu Insel. Am Ende kamen sie hier an und auf Hawai und den Osterinseln. Die Australier sind schon vor 50.000 Jahren eingewandert, von Indien kommend, über die großen Inseln, da während der Eiszeit der Meeresspiegel viel niedriger war.
Eine Gasflasche und einen Schraubenschlüssel musste ich auch noch besorgen. Die Sonne stand schon tief hinter den Wolken als die Fähre ablegte und die Skyline hinter uns ließ.

Pool in den Bergen


Auckland am Abend des 28. Februar 2019

Die Abendsonne taucht den Hafen in ein mildes Licht. Vor mir verschiedenste Boote aus vielen Epochen und dahinter die Bucht mit Devonport. Früher lagen hier wohl große Schiffe zum beladen. Heute fließt kein Schweiß mehr, dafür Bier und Champagner. Überall Restaurants an der Waterkant, darüber oder dahinter Hotels und Parkhäuser, ein Museum und was sonst mit Segeln und Seefahrt zu tun hat. Musik überall, lachende und glückliche Menschen (zumindest wirkt es so). Draußen fahren historische Segler und schnelle Motorboote vorbei. Jetzt kommt mein Essen. Lecker. Bis Gleich.


Das Essen hat geschmeckt. Lamm. Was sonst in Neuseeland. Die Lichter gehen überall an, es ist ja auch 20.30 Ortszeit.
Es könnte auch in Oslo im alten Hafen sein. Nur ist es dort ein wenig vornehmer und teurer. Und wärmer im Sommer. Gerade mal 19 Grad ist es hier, wo es doch angeblich subtropisch sei. Na ja, die haben ja auch keinen Golfstrom. Und in Ushuaia ist es gerade mal 11 Grad wo ich vor zwei Jahren war. Aber schnell dunkel wird es, muss also nahe am Äquator liegen. Sagte sich die Streckenanzeige  beim Flieger. War ganz schön lang mit 22 h Flugzeit und vier Stunden Pause in Dubai. Oder anders, am Dienstag bin ich zu Hause los zur Bahn nach Frankfurt/Main und heute, am Donnerstag, bin ich um 13 Uhr aus dem Flughafen herausgeradelt.

Genervt hatten mich die Flughafenleute der ganzen Welt schon genug: in Frankfurt wurde ich eine Stunde gefilzt wegen meines Fahrradwerkzeuges. Baudenzüge  und Schraubenschlüssel braucht man schon manchmal unterwegs… In Dubai haben die Sicherheitsleute den Schraubenschlüssel dann endgültig eingezogen, als könnte ich mit einem 15er Schlüssel ein Flugzeug entführen oder in der Luft zerlegen!

In Auckland haben sie dann meine MarzipanSchokolade, meine Schuhe und mein Zelt eingezogen, um im Labor zu prüfen, ob ich Keime etc. einführen will. Und des Rest gescannt. Nur das Fahrrad passte nicht in den Scanner. Daher musste ich es sofort auspacken, für das Labor.. nach einer Stunde hatte ich dann alles wieder. Keine Keime. Schon durfte ich das Fahrrad wieder zusammenbauen und das Zelt richtig einpacken.  zwei Stunden nach der Landung konnte ich dann den Flughafen verlassen. Alles Gepäck war da. Gott sei Dank! In die Stadt führt nur eine Autobahn. Es gab aber einen Fahrradweg entlang der Autobahn. Welche Überraschung!
Dann ging es aber auf Schotter weiter und bei der Fahrrad-Brücke war Schluss, da diese wegen „Einsturzgefahr“ gesperrt war. Also zurück und auf der Autobahn über den Sund. Dann lag der Hausberge der Stadt direkt vor mir, der Mount Eden. Den konnte ich ja nicht vorbeiziehen lassen!. Also bin ich hoch. Auckland ist wirklich auf vielen Vulkanen gebaut. Betreten der Kaldera verboten. Der Blick auf Stadt und Umgebung war toll. 
In die Innenstadt hinab ging es ständig auf und ab. Ich hoffe, es bleibt nicht so. Ganz schön anstrengend für den ersten Tag. Ist wirklich eine große Stadt. Die Einkaufsstraße ist ziemlich lang, für Autos befahrbar. An den Kreuzungen sind aber alle Richtungen für Fußgänger frei und Autosgaben rot. Dann eine kurze Grünphase für Autos.
Und ein kleines Hotel, nach zwei Tagen mal wieder duschen. Herrlich. Und Starbucks. Guter Kaffe.
So war die Welt wieder etwas Lot. Auf zum Hafen ins Kneipenviertel.