Lima überwältigt durch Kultur

Lima überwältigt durch Kultur

Ich bin überwältigt. Das hatte ich nicht gewusst oder auch nur geahnt. Die alten Kulturen der Anden brauchen sich nicht vor den Hochkulturen des vorderen Orients oder Chinas verstecken. Was mich am meisten überrascht hat, ist die Metallurgie. Hiervon hatte ich nichts gewusst – nicht Gold oder so – sondern Kupfer, Bronze und Eisen, also auch Legierungen, Guss und Schmiedekunst. Und das in einer Perfektion. Fantastisch. Und Bekleidung mit Webkunst. 190 Farben wurden hergestellt und verwendet. Meine Hochachtung. Hatte ich natürlich auch nicht gewusst. Eine echte Bildungslücke. Dabei habe ich mich noch gar nicht mit den Inkas beschäftigt. Aber auf irgend etwas mussten die ja aufbauen. Von den Lambajeque hatte ich schon mal gehört. Aber diese Breite und diese Vergangenheit. Einfach toll. Habe gleich ein paar Bücher gekauft.
Aber so heiß wie in Santiago ist es auch hier. Ist ja auch nur 12 Grad vom Äquator entfernt.

Gerade habe ich mich mit dem Fahrrad  ´ne Stunde lang durch die engen Innenstadtgassen treiben lassen. Märkte überall. Manchmal uralte Lehmmauern. So groß ist die Innenstadt nicht, dass mann verloren gehen könnte. Sitze gerade in einem netten Café. Insgesamt ist die Stadt aber schon ziemlich groß. 10 bis 15 Mio. Bis Flughafen 16 km, bis Strand 20 km. Durch Tokio bin ich geflogen, weil der Verkehr gut funktionierte. Hier braucht man Flügel, weil alle Strassen dicht sind; Stossstange an Stossstange, auch vor den Einmündungen und Ausfahrten.

Auch heute ist es nicht besser mit dem Verkehr. Lästig ist die fehlende Ausschilderung und der schlechte Umgang der Politik und Menschen mit dem kulturellen Erbe. Es ist schon traurig, wenn Ministerien den Museen den Platz wegnehmen, diese einfach auflösen und das Wachpersonal dieses nicht einmal weis und deshalb die Leute – nicht nur mich – von Pontius bis Pilatus schickt.
Heute war die ganze Innenstadt gesperrt für Kultur, Musik, Bücher, Kleinkunst. Aber viel Polizei. Ist Kultur gefährlich?
In der Summe hätte ein Tag locker gereicht, um das zu bewundern, was es hier gibt. Die paar heruntergekommenen Bauten lohnen nicht. Schade für die Zeit. In den Anden wäre es besser gewesen. Schade, dass die Menschen hier, und vor allem die Verantwortlichen, so wenig Verständnis für ihre Geschichte und Kultur haben. Das wird sich rächen.

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