Ich bin doch kein Pinguin!

Ich bin doch kein Pinguin!

Eisigkalt ist das Wasser hier. Nichts für mich, nur bis zu den Knien. Wie Ostsee im kalten Sommer.  Das ist nur was für Pinguine und Menschen mit der südamerikanischen Krankheit. Aber die haben fast alle hier. Was das ist? Die äußere Erscheinung ist erst einmal Fettleibigkeit, hervorgerufen durch hohen Zuckerkonsum. Häufig auch zusätzlich zu viel Fett. Fast alle Menschen hier leiden darunter. Meistens Frauen, aber auch schon viele Kinder. Saft wird viel getrunken, aber immer mit der vielfachen natürlichen Menge an Zucker. Darf auch etwas mehr sein. Zum Kaffee bekommt man immer so um die 10 Tütchen Zucker. So wie Cola, gesättigte Zuckerlösung. Häufig kann man schon von weitem erkennen, ob dort eine Europäerin kommt oder eine Einheimische. Ist bei Männern nicht ganz so ausgeprägt. Die südamerikanische Krankheit fängt meistens an den Hüften und Oberschenkeln an.
Der Badeort Südamerikas, Pinar del Mar, ist so groß wie Monacco oder Palma, aber eigentlich hässlich und heruntergekommen. Und teuer. Gute Küche ist nicht zu finden. Stadtnahe Strände sind überlaufen wie in China. Aber kalt ist das Wasser überall. Küstennebel war heute angesagt. Ein angenehmer Kontrast zu Santiago mit über 33 und schwül. Die Nachbarstadt von Pinar, Valparaiso, ist auch nicht schöner. Zum Baden könnte ich in dieser Region ehrlichen Herzens nur die Karibik empfehlen. Fast alle Küsten Südamerikas haben kaltes Wasser. Die Magellanpinguine kommen an der Pazifikküste bis Galapagos und Mittelamerika vor. Die lieben halt kaltes Wasser. Ich nicht. Wie angenehm ist es da in der Karibik, vom Boot oder am Strand ins warme Wasser springen zu können.
Bisher war allein das Museum für präkolumbiianische Kultur interessant. Die Kathedrale völlig überladen und architektonisch mehr als langweilig. Die Stadt ist halt dreckig wie alle Städte in Südamerika, die ich bisher gesehen habe. Neapel bei Müllnotstand ist auch nicht anders. Da muss hier noch viel getan werden, um ansatzweise europäischen Standart zu erreichen. Falls sie das wollen. Und bettelarm sind diese Länder, wie Palermo oder so. Nur der Wechselkurs lässt diese Länder passabel erscheinen. Selbst China ist da in den ärmsten Ecken besser dran und vor allem sauberer und ordentlicher. Und fleißig und strebsam sind die Chinesen. Hier ist das eher etwas anders. Das was ein Chinese mit einem Besen schafft, schaffen hier keine 8 Arbeiter mit diversem Gerät. Stell ich nur fest, ist nicht mein Problem (außer die schlechten Straßen).
Irgendwie kriegen es die Länder hier leider nicht hin, eine sinnvolle und nachhaltige Politik zu veranstalten. Entweder Sozialismus wie Perón, Morales, Chavez. Oder mit einer unheimlichen Staatsverschuldung und einem Schlendrian. Oder Militärdiktatur mit Verschwendung, Zerstörung und Mord. Oder neoliberale Ideologen und Weltenhasser, wie Makri in Argentinien, die ihr Land in noch größere Krisen stürzen. Harte Arbeit und soziale Marktwirtschaft sind hier Fremdworte. Eigentlich nicht so schwierig. Sehe ich so. Jedenfalls das, was ich bisher beurteilen kann. Aber ich muss hier ja nicht leben.
Die Landschaft und die alte Kultur sind eben die interessanten Dinge in Südamerika. Und davon gibt es hier viel zu sehen und zu entdecken.

Die Kommentare sind geschlossen.