Start in Leipzig und Ankunft in Vancouver

Start in Leipzig und Ankunft in Vancouver

Es ist schon hell. 5.30 Uhr Uhr. Das Haus liegt hinter mir. Rita war bis zur Tür mitgekommen. Das Rad läuft leicht. 7616 km ist der Stand. Am Leipziger Bahnhof ist schon richtig was los.

Für mich fährt aber nur der vordere Teil vom Zug. 32 kg Gepäck, 19 kg Fahrrad und ich. Alles im Zug. Die Reise hat also begonnen. Bis Würzburg dann jede Milchkanne.

Dann auf dem Flughafen. Fahrrad verpacken und einchecken wurde (wie immer) dann doch eng. Zum Glück hatte ich Economy Premium gebucht und damit einen eigenen Schalter. Bei der Sicherheitskontrolle büßte ich zwei Feuerzeuge ein, viel Zeit und fast meinen guten Schraubenschlüssel 15 er, der mich seit 1970 auf allen Radtouren begleitet. Ist für die Schrauben an Achse und Pedale. Hatte ich im Juli 1970 in einem Autohaus in Rovaniemi gekauft für eine Reparatur am Hinterrad. Mit viel Glück durfte ich ihn behalten. Angeblich ein verbotenes gefährliches Werkzeug. Kann man mit einem Schraubenschlüssel ein Flugzeug in der Luft zerlegen oder den Piloten samt Besatzung erschlagen? So kam ich zum last call erst beim gate an.

In der Bahn und im Flugzeug bin ich dann immer wieder eingedöst. War ja auch nur eine kurze Nacht. All das Gepäck und die Ausrüstung für die Expedition. Von Ersatzbatterien über Camping komplett bis Lebensmittel und Wasseraufbereitung. Und dann noch die vielen kleinen Aufgaben im Haushalt.

Aber jetzt sitze ich im Zentrum der Altstadt von Vancouver. Einige Häuser sind über 100 Jahre alt. Und gegenüber steht das Denkmal des Stadtgründers, der 1860 das erste Haus baute. Sie ist eine Stadt der Gegensätze. Prachtbauten neben Slums mit heruntergekommenen Menschen, die auf der Straße wohnen, Alkoholeinschränkungen neben den Sterbenden von Alkohol und Drogen in ihren letzten Zuckungen. Es ist von allem da, auch genau nebeneinander. Und natürlich die grandiose Natur mit den schneebedeckten Bergen neben dem Jachthafen oder dem Flughafen für Wasserflugzeuge in der Innenstadt. Fröhliche Strassenmusik neben dem Konsumtempel.
Morgen noch die letzten Einkäufe gegen Moskitos und Bären und einige Museen und Besonderheiten, dann geht es wirklich los.

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