Aksu erreicht

Aksu erreicht

Neben der Schnellstraße mit Baustelle hatte ich nicht so gut geschlafen. So bin ich schon kurz nach Sonnenaufgang gegen 9 Uhr aufgebrochen, ungewaschen und ohne Frühstück. Die Toilette war die Freifläche neben dem Haus.
Der Sturm vom Abend hatte sich gelegt, dafür die Richtung gewechselt. Wie schnell alles staubig ist, auch zwischen den Zähnen.
Bis Aksu wollte ich fahren. Nur die kontinuierliche Steigung und der Gegenwind machten mir zu schaffen.
Die Strasse verläuft weiter am Rand. Irgendwann wurde es etwas grüner, wegen der Bäume und Felder mit Wasser und einer riesigen Solaranlage. Die Umspannstation war noch in Arbeit und der Netzanschluss offensichtlich in Planung. Schon mal ein Anfang.
Gegen Steigung und Wind kam ich gegen 17 Uhr in einem kleinen Ort an. Autowerkstätten und Reifenhandel jede Menge, Basar und viele Kneipen. Wie halt so ein brandenburgisches Strassendorf aussieht. Das Standardessen war gut, lecker und billig. Nur mit dem weiter radeln klappte es nicht, ich hatte die Schnauze voll, der Rücken war völlig verspannt, der Hintern schmerzte und es war noch weit bis Akzu gegen den Wind. Gegenüber der Kneipe war die Bushaltestelle. Nicht zu erkennen, muss man halt wissen, und die Taxifahrer wollten selber fahren.
Nach 10 Minuten kam tatsächlich ein. Bus, in den Horden von Bewohnern einstiegen. Für mein Rad war auch noch Platz. So kam ich für 2,50 € nach Aksu, und das innerhalb einer Stunde. Die Stadt ist hässlich und wahrscheinlich 1 Mio groß. 10x so viele Hochhäuser wie Frankfurt jeweils fertig und in Bau. Gebiete wie Marzahn oder Grünau, nur doppelt so hoch. Wer wohnt da nur, und wer soll darin wohnen? Ein paar hässliche Industrieanlagen auf den 20 km durch die Vororte.
Kurz vor acht sind wir am Busbahnhof. Ein paar Hotels in der Umgebung. Es hat aber dennoch fast zwei Stunden gedauert, bis ich ein Zimmer hatte, und das trotz sehr freundlicher Führer, die sich wirklich einsetzten. Also entweder waren die Hotels für Ausländer nicht zugelassen oder für Ausländer ausgebucht. So viel Ausländerfeindlichkeit gibt es selbst im Osten Deutschlands nicht. Da sitzen dann drei Mädels in der Rezeption, können kein Wort englisch, können deinen Ausweis nicht lesen und fordern einen Chinesischen, lachen sich dabei schlapp und schmeißen dich mit der Security raus. Das Hotel ist aber gähnend leer. Mit viel Engagement einzelner Angestellter bekam ich dann schließlich im ersten Hotel ein Zimmer, weil ich sofort bezahlte und eine hohe Kaution hinterlegte. Der. Preis von 15 € für 4 Sterne ist dann ein Witz. Jetzt steht mein Fahrrad in meinem Zimmer. Nach drei Tagen Wüste war ein ordentliches Zimmer mit Dusche und Waschgelegenheit ein Traum.
Die Stadt war noch recht lebendig, gegen 23 Uhr wurden dann aber die Bürgersteige hoch geklappt. Eine wunderbare Suppe habe ich noch bekommen, wie Umai.

Die Kommentare sind geschlossen.