mit dem Taxi nach Koundra … und dann die Welt umarmt

mit dem Taxi nach Koundra … und dann die Welt umarmt

Am Ende ein schöner Tag, mit vielen Höhen und Tiefen. Trotz der Massenunterkunft (wie die Heringe) hatte ich gut geschlafen und war schon um 7.10 auf dem Rad (morgens gibt es dort nichts), die LKWs machten sich auf den Weg und viele Leute warteten auf Fahrgelegenheiten. Ich hatte den Gegensturm zum Freund (aber nicht zu meiner Freude) und kam kaum voran bei einer einsamen Wüste von 300 km, mit wilden Tieren und wohl nur einer Raststelle in der Mitte, vor mir. Der einzige Ort nach der Grenze, Karakapakia, nach Karte wahrscheinlich mit Bahnhof, sollte nach 2 Stunden Kampf gegen den Wind (immerhin 18 km) meine Erlösung werden. Nach viel Kauderwelsch war klar, es gibt heute oder morgen Züge am Bahnhof. Der halbe Ort war mit beschäftigt. In der Halle hing sogar ein Fahrplan: mein Zug nach Koundra fährt morgen früh um 5.45, wenn es denn ein Ticket gibt, was hier nicht so üblich ist, wie ich später erfuhr.
Da taucht ein Taxifahrer auf, der bereit ist, mich sofort nach Koundra hinter der Wüste zu bringen. Auf 100$ haben wir uns schnell geeinigt. Für ihn sehr viel, für mich überschaubar und ohne den Kampf gegen die Wüste, den Wind und die Strasse. Nach gut drei Stunden Fahrt und einer halben Stunde beladen des Kleinwagens mit meinem Fahrrad samt 5 Taschen und 3 Campingteilen bin ich um 13 Uhr in Koundra und kann endlich mal was essen. Schon sehen die Mäglichkeiten und Perspektiven ganz anders aus: der Wind hat nachgelassen und etwas gedreht, die Strassen sind besser, überall Grün und Bäume und nur noch 100 km bis Nukus, wo immer das liegt (ist aber die Hauptstadt von Karalpackstan). Wegen Fehlern auf der Landkarte werden es dann doch 120 km. Keine Wüste mehr, es geht voran: sofort wird meine Laune besser und ich könnte die Welt umarmen. Endlich dann gegen 21 Ihr auch ein Hotel gefunden (war mit 40 € deutlich teurer als das Massenquartier, aber viel Komfort und vor allem eine Dusche: In der Wüste gibt es höchstens einen tröpfelnden Wasserhahn (besser als nichts, vor allem vor dem Essen). So war alles gut und in bester Ordnung, bis ich herausfand, dass alles um 22 Uhr schließt. Bisher völlig undenkbar,eigentlich alles bis mindesten 24 Uhr offen. So durfte ich mir ein Süppchen kochen und Oliven, Brot und Schafskäse dazu essen. Neulich im Supermarkt habe ich mich schon besorgt gefragt, warum ich eigentlich Suppen mitgenommen habe, wo ich Maggisuppen  doch in jedem Supermarkt bekomme. Neulich hatte ich Kekse aus Deutschland und Bananen aus Equador gibt es überall, wobei hier 4 Bananen teurer sind als eine Flasche guten Wodka (Taschkent Vino, kein Witz, steht drauf). Dann war ich doch genervt (sehr, da hungrig), so dass der Bericht ausfallen musste.

Die Kommentare sind geschlossen.