Zestafoni

Zestafoni

Im Restaurant tobte gerade der Bär. Abiturfeier in mehreren Räumen mit mehreren Klassen. War hilfreich, da ich sonst verhungert wäre. So bräsige Leute hatte ich noch nie erlebt. Mit zwei Dolmetschern ging es dann. Russisch kann ich viel lesen, aber ohne Karte die georgische Küche auf russisch zu verstehen ging nicht, zumal die Worte immer schneller kamen. Als Bier Löwenbräu? Beim zweiten wollten sie kein georgisches geben, nur deutsches. Also gab es kein Trinkgeld, mit Begründung. Das haben sie verstanden, waren aber betreten.
Heute war sehr heißer Tag, gefühlte 35 Grad, vielleicht nur 30. So geölt hatte ich noch nie. Zum Mittag in Kutaisi locker 1,5 l Wasser und ein Bier. Richtig brütende Hitze in der Hauptstadt von Kolchis. Heute eine hässliche Ruine aus Sowjetzeiten, mit einigen Highlights: die restaurierte Bagrati Kathedrale, Stadtpark mit Brunnen, Historisches Museum. Auch sonst ist das Land in einem desolaten Zustand. Solche Ruinenlandschaften habe ich selbst 1992 in der DDR nicht erlebt. das wird noch ein langer Weg für Georgien.
Wegen der Hitze bin ich erst im 18 Uhr weiter gefahren, bis zum nächsten Ort Zestafoni. Jetzt geht es wieder ins Gebirge. Der kleine und der große Kaukasus sind schon deutlich zusammen gerückt, auf beiden Seiten Spitzen in Schnee und Eis. Der Wetterumschwung von sehr kalt in Ostanatolien auf jetzt sehr heiß kam plötzlich. Werde ich hinkriegen. Heute früh hatte ich 2.000 km auf der Uhr. Höhenmeter bisher ca 18.000.
Dann habe ich heute ein japanisches Pärchen auf Fahrrad überholt. Sie sind auf dem Weg wie ich von Istanbul nach China. Aber viel Bus, und noch 5 Monate bis Kashgar. Beim Verlassen von Kutaisi traf ich sie wieder.

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